Alt-Katholische Kirche Rosenheim
 

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Pfarrbüro nicht besetzt

Das Pfarrbüro ist bis 04.10.2021 nicht besetzt, auch E-Mails werden nicht gelesen.

In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an den Vorsitzenden des Kirchenvorstandes, Stephan Hammermüller unter 0152.53965807 oder per Mail an: stephan.hammermueller@t-online.de.

An den Sonntagen sind persönliche Gespräche vor oder nach dem Gottesdienst in Rosenheim möglich.



DER NEUE - Ein Interview mit Priesteramtskandidat in spe Michael Köhler

Auf der letzten Gemeindeversammlung am 25.Juli hat unsere Gemeinde gemäß §80 (4) SGO einstimmig ihre Unterstützung für das Vorhaben unseres Gemeindemitglieds und Diplomtheologe Michael Köhler zum Ausdruck gebracht, als ehrenamtlicher Geistlicher in unserer Gemeinde Dienst zu tun. Der Kirchenvorstand hatte sein positives Votum bereits im Mai abgegeben und nach einem Gespräch mit Bischof Dr. Matthias Ring hat Michael Köhler sich entschieden, die hierzu nötige Zusatzausbildung in Kürze zu beginnen. AKzent nimmt dies zum Anlass für ein Interview mit dem 43-jährigen Theologen, der im Zivilberuf als Bankkaufmann am Münchner Flughafen tätig ist und mit seinem Ehemann René in Mettenheim wohnt.


AKzent: Was hat Sie bewogen, Theologie zu studieren?

Köhler: Tatsächlich war es mein Ziel Priester zu werden und dazu ist ein Theologiestudium unabdingbar. Das war auch der Beweggrund mein Abitur nachzumachen. Bereits in jungen Jahren regte sich bei mir der Wunsch, Geistlicher zu werden und ich bin sehr froh, dass diese Berufung nun womöglich ihre Erfüllung findet. Sensibilisiert für Kirche und Religion wurde ich durch die katholische Landjugend und einen Kaplan, der das große talent besaß, junge Leute für Religion zu begeistern und Glaubensinhalte greifbar, anschaulich und lebendig zu machen. Es hat mich damals gepackt, ist gewachsen und hat mich nicht mehr losgelassen.


AKzent: Aber warum wollten Sie gerade Priester werden? Als Laie hat man doch auch viele Möglichkeiten, religiöse Überzeugungen umzusetzen oder zu leben?

Köhler: Ich habe für mich das Gefühl, als Priester bekommt man die größtmögliche Gelegenheit, dem Menschen zu dienen und ihn mit der gesamten Fülle der Sakramente zu begleiten. Ich traue mir das zu und sehe mich dabei von Gott getragen. Meiner Meinung nach ist das Amt des Geistlichen eben kein Job, sondern eine Berufung. Ich kann es mir selbst kaum erklären, aber es gab kaum Tage in meinem Leben, an dem mich nicht der Gedanke daran bewegt hat - fast eine Art Herzschmerz. Es zieht mich auf unerklärliche Weise zum Dienst am Altar und zum seelsorgerischen Dienst an den Menschen. Das mag einigen verrückt erscheinen, aber so ist es nun mal. Dabei geht es mir nicht darum, mich mit geistlichen Würden zu schmücken, sondern in aller Bescheidenheit um den Dienst am Nächsten.


AKzent: Was sind für Sie Momente der Gottesnähe? Wo erleben Sie Gott ganz persönlich?

Köhler: Das ist ganz unterschiedlich. Besonders nahe fühle ich mich Gott in der Begegnung mit Menschen, egal in welcher Situation. Letztes Jahr führte ich im Rahmen einer Bestattung ein Trauergespräch mit einer lieben Nachbarin. Ich hatte das Gefühl, dass Gott neben mir steht, dass er mir hilft, die richtigen Worte zu finden, dass er mich auf wohltuende Weise stützt. Und auch als meine Mutter starb und der Schmerz unermesslich war, hatte ich das Gefühl, dass ich in meinem Leid getragen werde, dass da jemand ist, der mich hält und mir zur Seite steht. Und das betrifft eigentlich alle Situationen meines Lebens, ob in Freude oder Leid, im Weinen oder im Lachen. Es gibt aber auch Momente der Stille, in denen ich Gott wahrnehme und Zwiesprache mit ihm führe. Das sind Momente, da geht es nicht um den Kopf, sondern um Gefühle, die einen ergreifen. Manchmal auf dem Weg zur Arbeit genieße ich die Natur und auch dort offenbart sich Gott. Und ich erlebe die Berührung mit Gott eben auch in der Liturgie.


AKzent: Sie sind Theologe und haben sich im Studium auf Dogmatik spezialisiert. Warum gerade Dogmatik?

Köhler: Mich haben immer schon systematische Sichtweisen fasziniert. Das war sicherlich auch ein Grund, zusätzlich Philosophie zu studieren. Man findet dort sehr viel Handwerkszeug für die Theologie. Es ist und bleibt jedoch nur Handwerkszeug und nicht mehr. Der Gott der Philosophen ist ein blutleerer Gott. Mit dem reinen Intellekt kommt man Gott nicht nahe – das ist Nebelfechterei. Der Weg zu Gott führt immer übers Herz. Doch die Philosophen sind auch in den Medien im Vormarsch, dominieren manche Fernsehtalkshows. Da heißt es schnell: „Die Pfaffen haben ihr Maul zu halten.“ Glaube erscheint in der heutigen Zeit vielen Menschen als rückständig und intellektuell zurückgeblieben. Dennoch ist Esoterik en vogue und man hängt sich Edelsteine um den Hals, um sich spirituell aufzuladen – eine verrückte Welt.


AKzent: Worüber haben Sie ihre Diplomarbeit geschrieben?

Köhler: Es ging um das ungewöhnliche Thema "De caelesti hierarchia" – Über die Ordnung der englischen Chöre‘ - Throne, Mächte und Gewalten usw. Zum eine basierte die Wahl dieses ausgefallenen Themas auf wissenschaftlichem Interesse, zum anderen ein Stück weit auf Heimatverbundenheit. Denn in unserer Mettenheimer Pfarrkirche St. Michael finden sich lebensgroße Darstellungen der acht Erzengel. Auch deshalb habe ich im Vorfeld einige Seminare zu dem Thema belegt. In meiner Arbeit ging es aber nicht nur um Dogmatisches, sondern ich habe mich auch kunstgeschichtlichen Aspekten gewidmet. Auch die Ausartungen esoterischen sowie fundamentalistischen Engelglaubens habe ich kritisch in den Blick genommen.


AKzent: Wie kamen Sie zur alt-katholischen Kirche?

Köhler: Es war für mich eine intellektuelle Entscheidung. Ich habe mich aus unterschiedlichen Quellen über die alt-katholische Kirche informiert, habe viele über sie gelesen. Von Stefan Leitenbacher, einem ehemaligen Kommilitonen aus dem Priesterseminar, der von Prien zur alt-katholischen Kirche gewechselt ist, habe ich manches erfahren usw. Mir erscheint die alt-katholische Kirche als eine wirkliche Alternative, sie ist die christliche Gemeinschaft, wo ich mein Leben am ehesten so führen kann, wie ich es mir wünsche. Für mich ist es die Kirche mit den meisten Übereinstimmungen, der größten gemeinsamen Schnittmenge: Offenheit, Toleranz gegenüber Homosexuellen, Gleichberechtigung der Geschlechter etc. und trotzdem katholisch. Das war mir einfach sympathisch. Hinzu kommt die Tatsache, dass ich nun doch noch meine Sehnsucht vom priesterlichen Dienst realisierbar finde.


AKzent: Was bedeutet für Sie ehrenamtlicher Dienst in der Gemeinde?

Köhler: Das heißt, dass ich für die Menschen in der Gemeinde da sein will, wenn sie mich brauchen und es möchten. Das ist für mich generell sakramental. Ich will mich natürlich niemandem aufdrängen, aber es ist mir schon ein Anliegen, den Menschen Christus ans Herz zu legen. Kirchliches Gemeindeleben ist mir nicht fremd und mir ist klar, dass es auch in einer Gemeinde nicht immer perfekt abläuft. Doch erst einmal sehe ich optimistische in die Zukunft und freue mich auf spannende Herausforderungen - die Ernüchterung mag noch kommen. Es gilt sich Problemen zu stellen, nicht sie zu meiden. 


AKzent: Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Was haben Sie für Hobbies?

Köhler: Ich bin ein leidenschaftlicher Briefmarkensammler. Besonders Kolonialbriefmarken, speziell die Marken Deutsch-Ostafrikas haben es mir angetan. Seit mehr als 25 Jahren bin ich bei den Briefmarkenfreunde Mühldorf und fast so lange in der dortigen Vorstandschaft.

Und dann sammle ich auch noch Bischofsbriefe, d.h. Briefe an die Erzbischöfe von München-Freising und vorhergehend Fürstbischöfe von Freising. Das ist schon ein ganz spezielles, nicht alltägliches Gebiet der Philatelie, dass vor allem dadurch einen Boom erlebte, dass Kardinal Faulhaber in den 20ern Briefhüllen aus dem erzbischöflichen Archiv veräußern ließ. Heute findet man solche Raritäten auf Auktionen, speziellen Messen und Sammlerbörsen. Dort trifft man sich auch zum Austausch und zum Fachsimpeln mit Gleichgesinnten. Der Grund für die Faszination für die Philatelie liegt für mich in den Ge-schichten hinter den Briefen und Post-wertzeichen. Sie erzählen etwas über die Menschen, die Zeit und ihre Situationen - das ist spannend. In der Philatelie wird dies Social Philately genannt. 


AKzent: Lieber Herr Köhler, wir wünschen Ihnen, dass sich all Ihre Hoffnungen realisieren lassen und bedanken uns ganz herzlich für das Interview und Ihre Offenheit.

Köhler: Sehr gerne!

(Das Interview mit Herrn Köhler führte unser Pfarrer für den AKzent) 

Die Geschichte vom Brot, das Leben rettete 

Ich möchte, bevor wir das Evangelium lesen, noch eine weitere kleine Geschichte erzählen. Geschichten zu hören ist ja immer eine schöne Sache, vor allem für Kinder. Die Geschichte ist eine alte und sie stammt aus dem ersten Jahrhundert nach Christi Auferstehung. 

Damals, das kann man kaum glauben, wurden Christen verfolgt. Man hielt sie für verrückt und die Botschaft, dass alle Menschen sich lieben sollen, passte manchen nicht in den Kram. Ja in Rom gab es sogar eine Religionspolizei, die sich auf die Suche machte nach Christen. Die nahm die Christen gefangen und dann wurden sie in einer großen Zirkusarena den Löwen zum Fraß vorgeworfen. 

Im Norden Roms lebte die christliche Familie Rusticus, und eines Tages saßen Vater und Sohn, wie so häufig, am Tisch und lasen die Bibel. Auch das war damals streng verboten. Die Mutter stand an der Küchenanrichte und knetete einen Teig, denn sie wollte ein Brot backen. Beim Kneten fiel ihr Blick aus dem Fenster und sie erschrak. Draußen war die Religionspolizei im Anmarsch. 

Panik überfiel sie und sie dachte: Wenn sie die Bibel finden, dann werden wir festgenommen und umgebracht. Und sie werden sicher die ganze Wohnung durchwühlen auf der Suche nach etwas Christlichem. Geistesgegenwärtig ergriff sie die Bibel und drückte sie in den Teig und formte ein Brot daraus. Schnell schob sie den Laib ins Ofenrohr, als die Polizei an die Türe klopfte. Natürlich fanden sie die Bibel nicht - Gottseidank. Später betete die Familie und sie brachen und aßen das Brot, das ihnen das Leben gerettet hatte. Brot kann in der Tat Leben retten - in vielerlei Hinsicht.

Pfarrer Dr. André Golob, aus dem Gottesdienst vom 01.08.2021


Kurzinfos aus der Gemeindeversammlung am 25.07.2021

  • Die Gemeindeversammlung ist für den Beitritt zum Förderverein Fairtrade-Stadt Rosenheim e.V., ebenso sollen die Voraussetzungen eingeholt werden um als "Faire Kirchengemeinde" aufgenommen zu werden. Diese Aussprache und Entscheidung wird auf der Gemeindeversammlung 2022 erfolgen.
  • Dipl.-Theol. Michael Köhler hat das einstimmige Votum der Gemeindeversammlung über die Zulassung zum geistlichen Ehrenamt erhalten.
  • Die Kollekte des Sonntags in Höhe von 350€ wurde für die Hochwasserkatastrophe weitergegeben.


Segnung der Hauskapelle in Teisendorf

Der alt-kath. Bischof em. John Okoro aus Österreich segnete in einem Gottesdienst am 17. Juli 2021 die Hauskapelle unseres Diakons Georg und seiner Frau Barbara Spindler.

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie.

Den Bericht im Traunsteiner Tagblatt finden Sie hier:

Teisendorf: Garagen-Kapelle ist jetzt ein »richtiges« Haus Gottes (traunsteiner-tagblatt.de)